Beratung

Psychologische Beratung in kirchlich-diakonischer Trägerschaft als Kernaufgabe der Kirche

Psychologische Beratung in kirchlich-diakonischer Trägerschaft hat Anteil an der Sorge Gottes um seine Geschöpfe. Diese Teilhabe an der Sorge Gottes spiegelt sich in der Hinwendung zu Ratsuchenden, denn Gott will, „dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ (1. Tim. 2,4).
Zu diesem Dienst werden Beraterinnen und Berater in Kirche und Diakonie beauftragt.

Im Vertrauen auf die Gegenwart Jesu vollzieht und konkretisiert sich solcher Dienst in annehmender Zuwendung, in der Hoffnung auf Vergebung und Neuanfang, in Ermutigung und Zuspruch ebenso wie in der Herausforderung zu heilsamer Selbstauseinandersetzung. Menschen finden auf diese Weise ein „Geländer“ in Krisenzeiten und Unterstützung in ihrer Neuorientierung.

Psychologische Beratung als Praxis des Evangeliums bietet Ratsuchenden einen geschützten Raum im kirchlichen Kontext und fachliche Begleitung in schwieriger Zeit. Dabei werden Ratsuchende in ihrer Verletzlichkeit, Bedürftigkeit und in ihren Grenzen ebenso wahrgenommen wie mit ihren Stärken und Ressourcen.

Kirchliche Beratungsarbeit sieht den Menschen als einmaliges, reiches und zugleich fragiles Wesen, der Liebe bedürftig und zur Liebe befähigt, durch seine Geschichte geprägt und zugleich offen für Entwicklung und Veränderung. Ratsuchende werden deshalb wahrgenommen als Geschöpfe Gottes, deren Lebensgestaltung sich nicht im Erreichen körperlicher, ökonomischer, beruflicher oder geistiger Ziele erschöpft. Diese dem biblisch-theologischen Verständnis verpflichtete Sicht auf den Menschen macht Psychologische Beratung kritisch gegenüber Strömungen des Zeitgeistes.

Psychologische Beratung nimmt die spirituelle Dimension von Beratungssituationen wahr und ist offen für existenzielle Grundfragen und Aspekte der Sinnsuche. Schuld und Gnade, Wahrheit und Liebe, Freiheit und Versöhnung haben als Grunddimensionen des Glaubens Raum im Beratungsprozess. Diese Dimensionen zeigen sich z.B. in Äußerungen und Fragen zu Verzweiflung und Hoffnung, Scheitern und Neuanfang, Leid und Tröstung. Dabei ist die Beratung ganz von der Priorität der Ratsuchenden her bestimmt.

Quelle: Ev. Konferenz der Hauptstellenleiterinnen und –leiter sowie der Beauftragten für Psychologische Beratung (EHK) in den Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland 2010, Auszug


 

 

Sorge im Herzen bedrückt den Menschen; aber ein freundliches Wort erfreut ihn.

Sprüche 12,25

So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; und ertrage einer den andern!

Kolosser 3,12-13